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Anrufe und Besuche falscher Polizeibeamter Polizei Marburg warnt vor Betrügern und Trickdieben

Da waren zum einen die Anrufe. Im Display der avisierten Opfer erschien als angebliche anrufende Nummer jeweils die 110, eine Telefonnummer die ausschließlich dem Notruf vorbehalten ist und unter welcher die Polizei niemals nach draußen telefoniert. Die Story des akzentfrei Deutsch sprechenden Anrufers war identisch. Er gab sich als Polizist aus und berichtete über eine Festnahme in deren Verlauf man Beweismittel fand mit Hinweisen auf einen bevorstehenden Einbruch. Danach folgten Fragen nach etwaigen Vermögenswerten und der Aufbewahrung. Das Ziel dieser Anrufer ist es, an Informationen zu gelangen, um lohnenswerte Ziele für entweder einen Einbruch oder einen Trickdiebstahl auszubaldowern.
Schließlich gab es nach bisherigen Erkenntnissen in Marburg, genauer in der Marbach, noch einen Hausbesuch angeblicher Kriminalbeamter. Zwei Männer klingelten gegen 12.45 Uhr an einer Haustür im Sonnenhang. Sie stellten sich als Kriminalbeamte namentlich vor und zeigten sogar kurz einen Ausweis (Gestaltung und Aussehen ist nicht bekannt). Sie erklärten den Grund ihres Auftauchens mit der Festnahme eines Einbrechers und dem Fund der Anschrift und eines scheinbaren Nachschlüssels für das Haus bei seinen Sachen. Jetzt wollten die falschen Polizisten aufnehmen, was an Wertgegenständen da sei und wo es aufbewahrt wird. Die Männer trafen jedoch auf einen misstrauischen Mann, der ihnen dann die Tür vor der Nase zumachte. Er ließ die Männer jedoch nicht aus den Augen und konnte sehen, dass sie mit einem
grauen oder silbernen Mazda 6 mit Hamburger Kennzeichen davonfuhren. Er beschrieb die Männer als etwa 1,75 Meter große und dunkel gekleidete und 25 bis 30 Jahre alte Osteuropäer. Die Fahndung nach ihnen blieb erfolglos. Ein weiteres Auftreten dieser Männer hält die nun ermittelnde echte Kripo Marburg für sehr wahrscheinlich. Etwaige Opfer werden gebeten, sich mit der Kripo Marburg, Tel. 06421/4060 in Verbindung zu setzen.


Aufgrund der wieder aktuellen Vorfälle gibt die Polizei folgende Hinweise:

Unterschätzen Sie die technischen Möglichkeiten der Betrüger nicht! Nicht immer zeigt die angezeigte Telefonnummer tatsächlich woher der Anruf kommt. Heutzutage ist es technisch möglich jede Telefonnummer - auch die einer Polizeidienststelle zu generieren im Display erscheinen zu lassen. Die Polizei Hessen verfügt nicht über Telefonnummern, welche sich aus der örtlichen Vorwahl und der 110 zusammensetzen! Und selbst wenn im Display die tatsächliche Telefonnummer der örtlichen Polizeistation erscheint, kann dies auch ein technischer Trick sein Geben Sie niemals persönliche Daten, Informationen oder Angaben zu Wertsachen an fremde Personen weiter, erst recht nicht am Telefon. Antworten Sie auch nicht auf scheinbar harmlose Fragen, wenn die Antworten eben doch einige persönliche Informationen enthalten würden.
Rufen Sie bei Ihrer zuständigen Polizeistation an und fragen, ob der Ihnen geschilderte Sachverhalt dort tatsächlich bekannt ist Reden Sie mit Freunden und Familienmitgliedern über solche Maschen oder konkret über erhaltene Anrufe.
Falls die Betrüger es geschafft haben, Sie zu verunsichern, fällt der Trick vielleicht einem Freund oder Familienmitglied auf, der Sie dann vor Schlimmeren bewahren kann.
Geben Sie niemals Geld und/oder Wertsachen an fremde Personen heraus, egal welche Geschichte man ihnen erzählt und warum sie in diesem Fall ruhig eine Ausnahme machen können.
Die Polizei Hessen macht ohne entsprechende Durchsuchungsbeschlüsse keine Hausbesuche und nimmt den Bürgern ihre Wertsachen ab, um damit eine Straftat zu verhindern! Die Polizei erfragt am Telefon keine persönlichen Daten. Sie erkundigt sich telefonisch auch nicht z.B. nach dem Familienstand, nach der Berufstätigkeit von Familienangehörigen oder nach etwaigen vorhandenen Vermögenswerten, deren Art und deren Aufbewahrung.

Martin Ahlich

Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Mittelhessen
Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Raiffeisenstraße 1
35043 Marburg
Telefon: 06421-406 120
Fax: 06421-406 127
E-Mail: poea-mr.ppmh@polizei.hessen.de
http://www.polizei.hessen.de/ppmh

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